Bretagne (2018)

Im Nordwesten - Finistére Nord

Samstag, 15. bis Dienstag, 18.09.2018

Am Samstag um 10 Uhr sind wir fertig und fahen los. In Lannion versorgen wir uns beim Intermarché und entdecken am Rand des Parkplatzes eine dieser Münz-Waschmaschinen für 8 und 18 kg. Die haben wir schon öfters auf Supermarkt-Parkplätzen gesehen und diesmals bringe ich Euch ein Foto mit.

 

In Sainte-Barbe am Wasser gibt es eine schöne Stelle wo wir im Wohnmobil mit frischem Kaffee, Croisssants und Baguette frühstücken.

Gut gestärkt fahren wir an der Küste entlang weiter und kommen an der Bucht und dem langen Sandstrand von Locquirec vorbei, wo sich direkt am Wasser, wenn es mal da ist, ein kommunaler Campingplatz befindet. Hinter Locquirec fahren wir auf die Route de la Corniche, die auf der Steilküste verläuft. Dort gibt es mehrere Parkplätze mit einer schönen Aussicht. 

In Ploezoc'h kommen wir an der katholischen Kirche Èglise Saint-Etienne vorbei, die mich sofort beeindruckt.

 

Das nächste Zwischenziel ist Morlaix. Die Stadt liegt nicht direkt an der Küste, sondern ist mit ihr über einen mehrere Kilometer langen Flussarm, dem Riviere de Morlaix, verbunden. Das Stadtbild wird von einem weithin sichtbaren, 58 m hohen und 285 m langen Eisenbahnviadukt geprägt, der 1861 errichtet wurde, um die Bahnstrecke Paris–Brest fertigzustellen. Wir fahren in die Stadt, unter dem Viadukt hindurch und müssen erkennen, dass ein Parken für Wohnmobilfahrer hier nicht möglich ist. Erst am Hafen finden wir eine Möglichkeit, die ich für diese Bilder nutze.

Unser nächstes Zwischenziel ist Roscoff, der wichtigste Fährhafen in der Bretagne nach Großbritannien. Wir kommen direkt am Hafen vorbei und schieben uns in einer Schlange in die Innenstadt. Da Ebbe ist, sehen wir wieder unzählige Boote, die trocken liegen. In der Innenstadt ist ein großes Fest, wir sehen viele Stände und Menschen in mittelalterlichen Kostümen, Kinderbelustigungen und ein Dudelsackorchester spielt. Hier ist kein Durchkommen, nix wie umdrehen und so schnell wie möglich raus aus der Stadt.

 

Es ist langsam Zeit einen Übernachtungsplatz zu finden. Das ist heute gar nicht so einfach. Der eine ist voll, der andere ein überdimensionierter Campingplatz und wieder einer zu teuer für das was er bietet. Wir landen schließlich in Gouven am Aire Natuerelle Ty Poas. Er gefällt uns, hat alles was wir benötigen und kostet nur €6 inkl. Strom und Dusche. Wir holen schnell Tisch und Stühle aus der Garage, gönnen uns in der Abendsonne erstmal ein Bier und beschließen am nächsten Tag, dem Sonntag, hier zu bleiben und zu relaxen.

Die Tour abkürzen oder nicht

Am Sonntag diskutieren wir über den weiteren Ablauf der Tour. Es gibt zwei Optionen, die Tour abkürzen und von hier aus direkt nach Quimper im Süden der Bretagne zu fahren oder wie geplant der Nordküste weiter zu folgen. Wir beschließen unsere geplante Tour nicht zu verändern und die gesamte Küste der Bretagne abzufahren und kennen zu lernen. Bei einem späteren Besuch der Bretagne werden wir dann die Gebiete besuchen, die uns bei dieser Reise am Besten gefallen haben.

 

Es geht weiter wie geplant

Kaum fahren wir am Montag los, versperrt uns vor Kerlouan wieder einmal das Schild "Route barrée" die Weiterfahrt und führt uns auf eine nimmer endende Umleitung. Mit Beharrlichkeit finden wir auf unsere geplante Route wieder zurück. Kurz hinter Saint-Pabu kommen wir an eine Bucht, die uns sofort begeistert und an der bereits einige Wohnmobile stehen. Hier wollen wir bleiben und stellen uns etwas abseits direkt oberhalb des Strandes neben einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Die Sonne scheint, das Wasser ist trotz beginnender Ebbe noch weitestgehend vorhanden, Stühle raus und genießen.

 

DIe Hunde dürfen sich frei bewegen und wir gehen an den Strand, Gaby sammelt Muscheln, ich probiere die Wassertemperatur aus und Cheevi tobt rum und ist glücklich. Am Nachmittag wird der Wind stärker und es wird ungemütlich. Wir brechen die Zelte ab und fahren weiter immer der Küste entlang auf einer Route touristique. Wir landen schließlich in Trézien nahe bei dem Pointe de Corsen, dem westlichstem Punkt Frankreichs.

Das äußerste Ende der Welt

Aufgrund seiner Lage auf der Spitze der bretonischen Halbinsel bekam das Departement Finistère bereits in römischer Zeit den Namen Finis Terrae (Ende der Erde). Und das äußerste Ende der Welt ist das Kap Pointe de Corsen, es ist der westlichste Punkt von Kontinental-Frankreich. Da wir so nahe an dem Punkt übernachtet haben, müssen wir uns diese Stelle ansehen. Auf dem kurzen Weg vom Parkplatz zur Aussichtsplattform sind geografische Rätsel angebracht.

Nach dem Pointe de Corsen fahren wir weiter die Küste entlang nach Süden. Ich halte immer wieder an um Fotos dieser schönen Küste zu machen. Wir kommen am Pointe Saint-Mathieu vorbei. Dort stehen neben einem Leuchtturn noch die Reste eines Klosters. An dieser Stelle macht die Straße eine 90 Grad Richtungsänderung und nun sind wir auf der Südseite der Küste, die bis Brest führt. Einige Kilometer nach dem Leuchtturm befindet sich ein ehemaliger Bunker der Deutschen Wehrmacht, der heute ein Museum beherbergt. Vor dem Museum liegt ein Landungsboot der französischen Streitkräfte.

Wir fahren weiter an Brest vorbei und auf die Halbinsel Crozon, wo wir verschiedene Kaps besuchen wollen. Das erste Kap ist die Pointe des Espanagnoles. Von dieser Stelle können wir auf das 5 km entfernte Brest gucken. Dann geht es weiter nach Camaret-sur-Mer auf den kommunalen Stellplatz wo wir die Nacht verbringen.