Lago Maggiore (2016)

Anreise zum Camping Village Isolino

Donnerstag, 19.05.2016

Wir haben die Reservierung zwar erst ab kommenden Montag, konnten es aber nicht abwarten loszufahren. Unser Vorsatz am Vormittag zu starten, hat wieder mal nicht geklappt. Ob die Anreise 2 oder 3 Tage dauert, ist doch egal, wir haben Zeit. Also ging es mittags los.

 

Zwischenstopp in Singen

Der direkte Weg zum Lago Maggiore ist über Basel und durch den Gotthard-Tunnel. Wir wählten aber eine andere etwas längere Route über den Bodensee und durch den San-Bernardino-Tunnel. Dieser Weg soll landschaftlich schöner sein (wenn das Wetter mitspielt). Nach einigen Staus erreichten wir Singen (Hohentwiel) kurz vor der Schweizer Grenze gegen 18:00. Dort gibt es einen kostenlosen Stellplatz direkt an der ehemaligen Landesgartenschau und nahe der Innenstadt. Für einen Stadtbummel war es zu spät, so spazierten wir mit unseren Hunden lediglich durch das Landesgartenschaugelände. Morgen geht es über Konstanz weiter durch die Schweiz und wir werden irgendwo an der Strecke eine weitere Nacht verbringen, bevor wir am Lago Maggiore ankommen werden.

Ankunft in Verbania

Freitag, 20.05.2016

Oh Wunder, heute sind wir bereits um 10:00 gestartet. Wir wollten noch auf deutscher Seite tanken. In Singen fanden wir eine Tankstelle mit normalen Preisen, aber die war uns zu eng. Also dachten wir, in Konstanz gibt es bestimmt noch weitere Tankstellen. Aber oh Schreck, dort waren alle um 20 Cent teurer! Also weiter. Später erkannten wir, dass die Grenztankstellen die Preise an schweizer Verhältnisse angepasst hatten.

 

Es ging dann auf der schweizer Bodenseeseite nahe dem Ufer entlang durch unzählige Ortschaften. Ich achtete penibel auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen, denn in der Schweiz wird ein Überschreiten sehr teuer. Endlich landeteten wir auf der Autobahn in Richtung Chur. Dann ging es kontinuierlich bergauf zum San-Bernardino-Tunnel, der sich in 1.600 befindet. Die Strecke wurde einspurig und immer steiler und die Tunnel häuften sich. Mein Tankvorrat schrumpfte zusehends und als meine Tankanzeige nur noch eine Reichweite von 60km meldete, bekam ich es doch mit der Angst zu tun, dass wir irgendwo stehen bleiben würden. Bei einer kleinen Ausfahrt drehte ich, fuhr einige Kilometer zurück zu einer Tankstelle in einem kleinen Ort. Dort war der Dieselpreis um weitere 20 Cent teurer. Pech gehabt.

 

Durch den San-Bernardino-Tunnel

Der Verkehr war flüssig, Stau war nur hinter mir. Auf der Nordseite des Tunnels hatten wir 13 Grad. Als wir auf der Südseite rauskamen, schoss das Thermometer auf sage und schreibe 25 Grad. Endlich sind wir im Süden! Dann ging es auf einer breiten und gut ausgebauten Straße 18km mit einem kontinuierlichem Gefälle von 8 Prozent talwärts. Am Straßenrand waren Schilder angebracht, auf denen ein Sattelschlepper mit brennenden Bremsen abgebildet war. Wir fanden das witzig. Ich fuhr im 3. Gang, aber der Hänger schob von hinten und ich musste ständig das Bremspedal kurz betätigen. Plötzlich roch es sehr verdächtig. Ich hielt an der nächsten Notbucht an und musste feststellen, dass die vorderen Bremsen rauchten. Die Schilder waren doch nicht umsonst angebracht! Nach einer 10-minütigen Pause fuhren wir weiter und hatten keine Probleme mehr.

 

Gestern dachten wir noch, wir müssten in der Schweiz übernachten, aber da wir gut durchkamen, beschlossen wir bis zum Campingplatz durchzufahren.

 

Westliche Uferstraße des Lago Maggiore

Ab Bellinzona wurde der Verkehr sehr dicht und wir kamen immer langsamer voran. Das war aber nichts gegen die letzten 50km auf der wetslichen Uferstraße des Lago Maggiore. Dafür brauchten wir 2 Stunden. Die Straße war so eng, dass ich meine Fahrspur für mein Gespann nicht ausreichte. Gegenverkehr war auch reichlich, so dass ich immer aufpassen musste, nicht die Felswände zu berühren. Dann kam mir in einer Kurve ein Bus entgegen. Wir klappten beide Außenspiegel ein und ich fuhr zentimetnah an die Felswand ran. Ich dachte schon das klappt nie, aber, oh Wunder, der Bus schaffte es doch sich an mir vorbeizuschlängeln. Das braucht kein Mensch. Die letzten 10 Kilometer gingen nur noch im Schritttempo, einfach zu viel Verkehr.

 

Um 18:00 kamen wir etwas geschafft am Campingplatz an. Wir hatten erst ab Montag gebucht und unser Platz war besetzt. Wir erhielten für die Zwischenzeit einen anderen Stellplatz. Der Campingplatz ist sehr groß und modern gestaltet und es sind viele weitgehend deutsche Urlauber mit kleinen Kindern da. Von unserer Gruppe waren schon drei Leute angereist. Wir beschlossen gemeinsam im Camping-Restaurant bei einem schönen Ausblick über den See Pizza essen zu gehen und dann den Tag ausklingen zu lassen.