Sardinien (2018)

Im Norden

Sonntag, 06. bis Donnerstag, 10.05.2018

 

Am Sonntag sollte man ruhen und so ist der erste Tag an der Costa Smeralda der Entspannung und Erholung von der letzten zu kurzen Nacht gewidmet. Nach Lust und Laune erkunden wir die Umgebung des Campingplatzes. Wir genießen die tollen Aussichten, die man von hier aus hat, und halten sie im Bild fest. Am Nachmittag wird erstmal gegrillt und am Abend etwas länger getagt.

 

Ausflug nach Porto Cervo, Capo d'Orso und Palau

Es ist Montag und wir machen mit den Smarts den ersten Auflug an der Costa Smeralda. Erstes Ziel ist Porto Cervo. Dort will ich mir in einem Shop Hilfe für meine nicht funktionierende italienische Telefonkarte holen. Dort angekommen stellen wir allerdings fest, dass es in diesem bekannten Ort überhaupt keine Telefon-Shops gibt. Dumm gelaufen, aber Porto Cervo wollten wir sowieso besuchen.

 

Es ist schon beeindruckend, wenn man von der Höhe kommend auf den Hafen blickt. Alles sehr touristisch ausgebaut, sehr sauber, mit wenigen Besuchern und einem beeindruckenden großen Hafen, in den gerade eine dunkelgraue Oligarchen-Yacht einläuft. Wir machen einen Spaziergang über die Hafenmole und sehen uns das Monsterschiff etwas mehr aus der Nähe an.

 

Als nächstes fahren wir weiter die Küste entlang über Baia Sardinia zum Capo d'Orso. Das ist eine skurrile Felslandschaft, die man ersteigen kann und von wo aus man einen wunderbaren Blick über die Inselwelt des Maddalena-Archipels genießen kann. Nur Ove macht sich die Mühe, den steilen Weg nach oben zu gehen, ich hingegen bleibe bei unseren Frauen und Hunden. Für die Anstrengung wird Ove groß entschädigt und bringt uns tolle Bilder mit.

 

Unser nächstes Ziel ist das nahe gelegene Palau, von wo aus die Fähren nach Maddalena übersetzen. Auf halber Strecke stoppt Ove plötzlich den Smart mitten auf der Straße. Was ist los? Er steigt aus, geht vor, bückt sich und trägt eine Schildkröte von der Fahrbahn ins Gebüsch. Schildkröten mitten im Land auf Sardinien, die gemütlich über die Straße wandern? Gibt es öfter, denn ein paar Kilometer weiter passiert dasselbe nochmal.

 

Wir parken in Palau auf dem Marktplatz und gehen in ein nahegelegenes Restaurant essen. Nach einer guten Stunde geht es zurück zum Campingplatz. Ich fahre dann noch wegen der Telefonkarte ins 37 km entfernte Olbia. Dort wird mir geholfen, jetzt funktioniert sie endlich.  

 

Ausflug nach Santa Teresa Gallura und dem Capo Testa

Am Dienstag geht es zum nördlichsten Zipfel Sardinien, nach Santa Teresa Gallura. Unsere Strecke führt oberhalb von Palau vorbei, wo es direkt an der Strada Panoramica einen Parkplatz mit Aussichtsplattform git. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick auf Palau und die davor liegende Inselwelt. Das Wetter ist noch etwas diesig, was sich später noch zum Positven ändert.

 

Nach weiteren 25km erreichen wir Santa Teresa Gallura. Das ist ein beschauliches Städtchen mit vielen Gassen und einem zentralen Platz mit Cafes, Restaurants und Eisdielen. In einer Gelateria artiginale gönnen wir uns ein Eis in der Waffel. Es schmeckt sehr gut, so wie man es sich vorstellt. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang, aber bis auf wenige Ausnahmen ist bei allen Geschäften die Mittagsruhe eingekehrt.

 

Wir brechen auf und fahren an eine der großartigsten Sehenswürdikeiten Sardiniens, ans nahe Capo Testa. Es ist ein weit ins Meer vorgeschobenes Kap aus härtestem Granit.  Durch den ständig wehendem Wind hat die Natur sich einen unbeschreiblichen Märchenfelsengarten geschaffen, in dem es von bizarren Felsskulpturen, skurrilen Steinformen und fantastischen Gestalten nur so wimmelt.

 

Tagelang könnte man hier durch diese einzigartige Steinwelt streifen und würde bei jedem Schritt immer wieder neue Fabelwesen entdecken.

 

Ausflug nach Vignale Mare und Castelsardo

Am Mittwoch wollen wir an die Küste südlich vom Capo Testa fahren. Der Weg dorthin geht quer durchs HInterland. Kurz hinter Arzachena gibt es die Nuraghe La Prisgiona. Da dieser Ort auf dem Weg liegt, machen wir einen kurzen Abstecher dorthin. Nuraghe sind prähistorische Turmbauten der Bonnanaro-Kultur (2200–1600 v. Chr.), die man überall auf Sardinien findet. Schon beeindruckend 4.000 Jahre alte Bauten zu sehen.

 

Danach geht es weiter durch das Hinterland von Nord-Sardinien über Luogosanto an die Küste von Vignale Mare. Dort gibt es einen riesigen Campingplatz, ein paar Häuser und 2 kleine Hotels. Die ganze Küste dort ist wegen der Windverhältnisse sehr beliebt bei Surfern und Kitern. Um diese Zeit ist hier überhaupt nichts los.

 

 

Weiter südlich führt die Straße bis Valledoria einige Kilometer entfernt von der Küste entlang. An diversen Stellen führen Stichstraßen zu einsamen Stränden. In Badesi machen wir einen Halt und Ingrid und Ove beschließen umzukehren. Wir wollen weiter bis Castelsardo. Wenige Kilometer davor gibt es direkt an der Straße die Roccia dell'Elefante. Das ist ein Fels, der durch die Verwitterung die Umrisse eines Elefanten angenommen hat.  Sehr beeindruckend.

 

Das Städtchen Castelsardo ist malerisch auf einem ins Meer vorspringenden Felsen mit einer schönen Altstadt gebaut. Verwinkelte Treppen und Gassen führen hinauf zum alten genuesischen Kastell.

 

Nach einer Erfrischung treten wir die Heimreise wieder quer durch das Hinterland an. Das waren heute 226km, ganz schön weit.

 

 

Donnerstag ist Ruhetag bevor wir mit dem Wohnmobil eine andere Region auf Sardinien ansteuern.