Sardinien (2018)

Im Westen

Dienstag, 15. bis Donnerstag, 17.05.2018

 

Der Dienstag fängt ehrlich gesagt Sch.... an und wie sich im Laufe des Tages herausstellt, wird es auch nicht besser. Bereits in der Nacht hat es stark geregnet und die Stellplätze stehen z.T. unter Wasser. Wir stapfen durchs nasses Gras und machen Wohnmobil und Anhänger fertig. Da unser heutiges Ziel kurz vor Bosa nur knapp 50km entfernt ist, laden wir die Smarts nicht auf die Anhänger und die Frauen fahren im Konvoi hinterher. Unterwegs bleiben wir immer wieder stehen, um die Küste zu fotografieren. Zwischendurch regnet es immer wieder ein bißchen.

 

 

Wir steuern den ausgewählten Stellplatz S'Abba Druche kurz vor Bosa an, bezahlen unseren Obulus von je €25 und fahren 600 Meter einen Weg hinab, der von tiefen mit Wasser gefüllten Löchern übersät ist. Eine wahre Zumutung und Herausforderung. Am Stellplatz angekommen erwartet uns eine Schlammwüste, eine Frechheit dafür noch so viel Geld zu verlangen. Hier wollen wir nicht bleiben, fahren zurück zum Betreiber, ich verhandele mit ihm und letztendlich gibt er uns das Geld zurück.

 

Wir hatten es uns so schön gedacht. An diesem Stellplatz angekommen, wollten wir anschließend mit den Smarts nach Bosa fahren und uns dieses nette Städtchen angucken. Es ist leider anders gekommen. Wir können mit unseren Gespannen in Bosa selbst nirgendwo anhalten, fahren nach Bosa Marina und halten auf einem großen ungepflegtem Parkplatz. Es nieselt, die  Stadtbesichtigung wird gestrichen und wir fahren weiter. Neues Ziel ist Is Arutas mit seinem berühmten Reisstrand.

 

 

In 300 Meter Entfernung vom Strand gibt es einen Campingplatz, den wir ansteuern. Ein paar Kilometer vorher wollen unsere Navis uns über eine unbefestigte Straße lotsen, nur weil dieser Weg etwas kürzer ist. Das wollen wir nicht und drehen auf der Kreuzung. Auf dem Stellplatz angekommen stellen wir fest, dass das WLAN nicht bis zu unseren Plätzen reicht und, was noch viel schlimmer ist, hier herrscht totale Netzabstinenz. Kein Handy hat Verbindung zur Außenwelt. Na super, heute ist unser absoluter Glückstag.

 

Um unseren Frust abzubauen, gehen wir am Stellplatz essen. Es ist mittlerweile kalt geworden und wir müssen unter einem Zeltdach draußen essen, da es keine Räumlichkeiten im Inneren gibt. Es ist erstaunlich, aber wir haben trotzdem noch einen lustigen Abend. Zu Essen gibt es Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncino, eine Dorade, als Nachspeise Seadas und zum Abschluss Espresso und Grappa.

 

 

Am Mitttwoch wollen wir nicht weit fahren, Ziel ist ein Stellplatz in Torre Grande kurz vor Oristano. Dort angekommen, stellen wir fest, dass der Platz in einem erbärmlichen Zustand und geschlossen ist.  Ein älterer Einwohner empfiehlt uns an den Strand zu fahren, dort würden auf einem Vorplatz oft Wohnmobile stehen und übernachten. Er fährt mit seinem Auto vor uns her, damit wir den Platz auch finden. Dort angekommen beschließen wir vier hier zu bleiben.

 

Freies Stehen ist für uns nichts ungewöhnliches, das haben wir in Spanien und Süditalien schon oft gemacht. Für Ingrid und Ove hingegen ist das Neuland und sie fühlen sich nicht richtig wohl in dieser Situation. Später grillen wir noch.

 

 

Am nächsten Tag fahren wir getrennt los, Ingrid und Ove wollen die Costa Verde durchqueren, direkt bis nach Buggerru fahren und sich dort auf einem kommunalen Stellplatz niederlassen. Wir hingegen wollen noch eine Nacht frei stehen und haben uns als Ziel Marina di Arborea ausgesucht. Das ist eine Feriensiedlung am Meer hinter einem unter Naturschutz stehenden Pinienwald.

 

Dort angekommen sehen wir, dass der Strand übersät ist mit Seegras und Meeresbällen. Da wir uns noch weit vor der Hauptsaison befinden, sind die Verunreinigungen der Winterstürme noch nicht weggeräumt. Es gefällt uns nicht wirklich, hier wollen wir nicht bleiben.

 

 

Wir gucken uns die Landkarte an und rufen ein neues Ziel aus, Torre dei Corsari zwischen dem Golf von Oristano und der Costa Verde. Die Fahrt dorthin führt durch eine sehr schöne Landschaft. Wir entdecken Flamingos im Stagno Marceddi und schwingen gemütlich durch die Berge. In Torre dei Corsari geht es steil abwärts zum Strand, dabei biege ich auch noch falsch ab und muss an der nächsten Kreuzung umdrehen. Mittlerweile kann mich kein Manöver mit dem Gespann mehr erschüttern.

 

Der weitläufige Strand wird begrenzt durch eine hohe Düne. Uns gefält es hier. Neben uns steht noch ein weiteres Wohnmobil zum Übernachten hier auf dem Parkplatz. Später kommt noch ein junges deutsches Mädel mit einem Fiat Punto an. Sie reist für zwei Wochen durch Sardinien und schläft im Auto. Für uns irgendwie nicht vorstellbar.