Sardinien (2018)

Im Süden

Mittwoch, 23. bis Sonntag, 27.05.2018

 

Am Mittwoch ziehen wir weiter nach Chia an der südlichen Küste Sardiniens. Es gibt zwei Wege, die dahin führen, einer durch die Berge und einer an der Küste entlang. Wir entscheiden uns gemeinsam für die bergige Tour. Die Straße führt über unzählige Kurven stetig aufwärts, gefühlt bis auf über 1.000 Meter. Als wir den Pass passieren, steht da ein Schild mit exakt 300 Meter über Meereshöhe. Wer hätte das gedacht!

 

Am Stellplatz Area Camper Chia haben wir die Wahl der Qual, es ist noch viel Platz, das sollte sich aber in den nächsten Tagen sehr ändern. Der Grund sind die langen Pfingstferien in Süddeutschland und dass hier der richtige Wind für Surfer und vor allem Kiter bläst.

 

Am Platz eingerichtet, gehen Gaby und ich an den Strand. Der Trampelpfad führt an einem großen Teich vorbei, der im Sommer austrocknet. Dort bietet sich uns ein herrliches Panorama. Heller feiner Sand, türkisblaues Wasser, zwei kleine Inseln vor der Bucht, eine Torre in einiger Entfernung und relativ wenig Menschen. Verschiedene Beachbars sind im Aufbau und werden z.T. bereits betrieben. Ein herrlicher Platz. Wir sind zufrieden mit der Wahl dieses Stellplatzes.

 

 

Der Donnerstag ist ein Sonnentag. Gaby und ich packen alle nötigen Sachen und gehen mit unseren Hunden zum Strand, suchen uns ein geeignetes Plätzchen und genießen den Sommer über mehrere Stunden. Der Schirm ist ein wichtiges Utensil zur Abhaltung der intensiven Sonnenstrahlen. Wir nehmen in einer Kühltasche Getränke für uns und Wasser für die Hunde mit. Die Kamera und das iPhone bleiben im Wohnmobil, deshalb habe ich heute auch kein Foto für Euch.

 

Flamingos und eine schwarze Yacht

Auf Sardinien gibt es viele Teiche (genannt Stagno), in denen sich Flamingos aufhalten. Auch nahe unseres Stellplatzes gibt es einen solchen Teich. Ich mache mich am Freitag morgen mit der Kamera auf den Weg, Flamingos im Bild festzuhalten. Flamingos sind mit ihren Köpfen ständig im Wasser auf der Suche nach Futter. Sie in voller Größe zu erwischen ist Glückssache.

 

Mit genügend Fotos im Kasten gehe ich noch zur benachbarten Bucht, um von der dortigen Klippe aus Fotos von unserem Strand Su Giudeu zu machen. Als ich oben bin, erspähe ich in unmittelbarer Nähe zum Strand eine schwarze Yacht, die hier ankert. Wie ich später erfahre, ist das die 65m-Luxusyacht MAIN von Giorgio Armani, der im Laufe des Tages an Land kommt und ein Restaurant in Chia besucht.

 

Besichtigung von Cagliari

Am Freitag vormittag fahren wir für eine Besichtigungstour ins 50km entfernte Cagliari, der Hauptstadt der Region Sardinien. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir fanden die Stadt nicht besonders sehenswert, aber vielleicht haben wir auch nicht die richtigen Stellen gefunden.

 

Die Fahrt dorthin ist nicht besonders attraktiv, denn die Küste ist mit gigantischen petrochemischen Anlagen verschandelt. Wir fahren zur Via Roma direkt am Hafen und finden problemlos zwei Parkplätze unter schattigen Bäumen. Die Stadt ist auf einem Hügel gebaut und wir müssen gleich durch enge Gassen hinauf in Richtung Altstadt und Fußgängerzone. In den Gassen gibt es viele Restaurants, die gerade in Vorbereitung auf das Mittagsgeschäft Tische und Stühle rausstellen. Das muss das kulinarische Zentrum Cagliaris sein.

 

Weiter oben in der Fußgängerzone müssen wir eine Pause einlegen und wir setzen uns vor eine Bar und trinken einen Cappuccino. Ingrid und Ove haben unseren Zwischenstopp zwar mitbekommen, aber von da an verlieren sich unsere Wege. Am Ende gehen die beiden weiter höher in die Stadt und sehen ein paar Sehenswürdigkeiten mehr als wir. Vielen Dank an Ove für die Bereitstellung seiner Bilder.

 

 

Samstag ist ein sonniger und windiger Tag. Ich beschließe am Morgen mit Cheevi einen Strandspaziergang zu machen. Dieser dauert über 1 1/2 Stunden und führt uns auch auf einen Hügel von dem aus wir einen Blick auf die westliche Seite der Küste haben. Wir sind gut zu Fuß und auf dem Rückweg belohnen wir uns in einer Strandbar mit zwei Eis, Magnum für mich und Calippo für Cheevi. Wir genießen es.

 

Den Wind machen sich viele Kiter von unserem Stellplatz zu Nutze. Ich zähle 20 Stück zu einem Zeitpunkt und wundere mich, dass sie sich in dieser kleinen Bucht nicht verhaken. Eines der vielen Mirakel des Lebens.

 

Besuch der Ruinenstadt Nora

Am Nachmittag beschließen wir die antike Stadt Nora zu besichtigen. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel bei Pula und gilt als die älteste Stadt Sardiniens. Sie wurde von den Phöniziern im 9. Jh. v. Chr. gegründet, später von den Puniern und ab dem 2. Jh. n. Chr. von den Römern bewohnt und erheblich ausgebaut. Allein die moderne Wasserversorgung aus dem Gebirge und der Verteilung in der Stadt ist ein technisches Meisterwerk.

 

Man darf die antike Stätte nicht auf eigene Faust erkunden, sondern nur in Begleitung eines Führers, der sehr ausführlich über 90 Minuten in italienisch und englisch diese antike Stätte erläutert. Zum Abschluss gehört auch eine Besteigung des Sarazenenturms aus dem 17. Jh., von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf den gesamten Golf von Cagliari, die Lagune und die antike Stadt hat. Absolut empfehlenswert.

 

Nora ist noch nicht gänzlich erforscht, vier italienische Universitäten sind an den andauernden Ausgrabungen beteiligt. Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Seite www.nora.it (in italienisch).

 

Eine Animation, wie Nora in Ihrer Blütezeit ausgesehen hat

Ausfahrt auf der Küstenstraße der Costa del Sud

Am Sonntag fahren wir nach Westen die Küstenstraße der Costa del Sud entlang. Dies ist eine von Touristen nicht so sehr frequentierte Straße. Auf der Hinfahrt nach Chia hatten wir diese Straße gemieden, da wir befürchteten, sie könnte zu eng für unsere Fahrzeuge sein. Diese Befürchtung war unbegründet.

 

Nach den ersten Hügeln eröffnet sich eine wunderschöne Landschaft mit Blick auf kleine Inseln und türkisblauem Wasser. Wir halten oft an, um Fotos zu machen. Dann kommen wir an einem Strand mit hellgrauem Sand vorbei und machen eine Pause. In der kleinen Bucht liegen zwei Boote auf Reede und einige wenige Einheimische liegen am Strand oder halten sich im Wasser auf.

 

 

Kurz bevor die Straße die Küste verlässt, kommen wir an der Trattoria Da Gianni, einem Fischrestaurant, vorbei. Spontan halten wir an. Es ist gut besucht von italienischen Gästen, ein gutes Zeichen. Wir müssen etwas warten, bis ein größerer Tisch auf der Veranda mit Blick auf das Meer frei wird. Wir sind sehr zufrieden mit dem Essen. Beim Gehen frage ich nach den besonderen Ichnusa Biergläsern und bekomme zwei geschenkt. Schön, sie erhalten ihren Platz in der Vitrine unseres Wohnmobils.