Sardinien (2018)

Im Nordosten

Donnerstag, 14. bis Montag, 18.06.2018

 

Am Donnerstag geht es weiter in den Norden. Es ist dies die letzte Etappe vor dem Fährhafen in Golfo Aranci. Dann haben wir die gesamte Insel gegen den Uhrzeigersinn umrundet. Unser Ziel ist San Teodoro und dort der Campingplatz Cala Cavallo.

 

Ingrid und Ove sind früher als wir mit den Vorbereitungen fertig und verlassen Orosei gegen 10 Uhr. Wir hingegen lassen uns etwas mehr Zeit. Wir haben in den letzten Wochen festgestellt, dass die deutschen, österreichischen und schweizer Camper den Campingplatz am Vormittag, spätestens bis 11:00 verlassen. Die Italiener hingegen handhaben das ganz anders. Sie genießen den ganzen Tag noch auf dem Platz oder am Strand und machen sich erst am späten Nachmittag auf zu ihrem nächsten Etappenziel.

 

Auf der Fahrt müssen wir wieder einmal feststellen, dass das Garmin Navi immer wieder eigenartige Routen vorschlägt. In La Caletta schickt es uns direkt in den Hafen und von dort über gut bevölkerte schmale Innerortsstraßen wieder raus aus dem Ort. So erhalten wir wenigstens noch eine kleine Ortsbesichtigung und wir können sagen, La Caletta gefällt uns.

 

Als wir am Campingplatz ankommen, sind Ingrid und Ove schon da und hatten den Platz daneben für uns reserviert. Vom Campingplatz aus führt ein ca. 400 Meter langer Weg durch den Platz und wilde Landschaft zu einem kleinen Strand mit direktem Blick auf die Insel Tavolara. Es ist schön hier. Später kommen noch Annette und Peter, die auch hier sind, zu uns auf den Platz. Wir haben einen netten Abend.

 

 

Am Freitag wollen wir uns alle erholen und keinen Ausflug machen. Ingrid geht im Schwimmbad schwimmen und ich im Meer, das angenehm warm ist. Gaby und ich fahren noch in das 10 km entfernte San Teodoro zum Einkaufen. Ein netter kleiner Ort, geprägt vom Tourismus.

 

In die Berge zum Kalkgebirge Monte Albo

Am Samstag machen Gaby und ich unseren letzten längeren Ausflug mit dem Smart. Es geht ins Gebirge Monte Albo, das südlich von unseren derzeitigen Standort San Teodoro liegt. Wir fahren bis Siniscola und von dort geht es die gut ausgebaute SP3 mit vielen Kurven und Kehren rauf ins Gebirge. Linkerhand die hohen Berge, die mich etwas an die Dolomiten erinnern, rechter Hand ein weiter Blick über viele Hügel und wenn man zurück guckt, sieht man die Küste, die davorliegende Insel Tavolara und das Meer. Einfach herrlich.

 

Ursprünglich hatten wir vor, um das ganze Gebirge rum zu fahren, aber bei einer Cappuccino-Pause in Lula und genauerer Ansicht der Landkarte entscheiden wir, dieselbe Strecke wieder zurück zu fahren. Eine gute Entscheidung, denn die kurvige Strecke ist gut zu fahren, es besteht kaum Verkehr und die Sicht in die andere Richtung ist wieder ein neues Erlebnis.

 

In einer Kühltasche haben wir Käse, Wurst, Melone und Getränke mitgenommen und auf der Hinfahrt noch ein Chabatta gekauft. Alles dabei für ein schönes Picnic, es fehlte nur ein entsprechender Platz. Auf dem Hinweg hatten wir schon einen Brunnen mit Viehtränke entdeckt und genau hier machen wir auf dem Rückweg das Picnic.

 

Capo Coda Cavallo

Am Sonntag machen wir einen Ausflug zum 3 km entfernten Capo Coda Cavallo. Dort befndet sich ganz am Ende eine Anlage mit Ferienwohnungen und -häusern. Was für ein toller Blick auf die vorgelagerten Inseln und der gigantischen Isola Tavolara. Kurz davor hat man eine Aussichtsplattform angelegt, von der aus man eine gut Sicht hat. Ich gehe noch den steilen Weg hoch zur Spitze des Capo mit seiner Antennenanlage. Von dort aus habe ich einen schönen Rundumblick.

 

Immer wieder begeistern uns die riesengroßen und in voller Blüte stehenden Oleanderbäume und Bougainvilleas. Man sieht sie überall. Schade, dass sie bei uns nicht im Freien überwintern können. Wir hätten dann bestimmt einige im Garten.

 

Zum Fährhafen nach Golfo Aranci

Am Montag ist Tag des Aufbruchs. Wir packen so langsam alles zusammen und machen uns auf den Weg nach Golfo Aranci, von wo aus morgen vormittag unsere Fähre zum Festland ablegt. In der Innenstadt gibt es direkt am Strand einen Parkplatz auf dem man auch übernachten kann. Als wir dort eintreffen ist er überbelegt, weil montags Markttag ist und die Besucher ihre PKWs dort abstellen.

 

So fahren wir die 500 Meter weiter in den Hafen, stellen unser Gespann dort ab und gehen erstmal in die gegenüberliegende Bar, setzen und auf die überdachte Terrasse mit Blick auf die Boote und gönnen uns ein Bier.

 

Der Markt schließt um 14:00 und so machen wir einen neuen Versuch einen Platz auf dem vorher überfüllten Parkplatz zu finden. Und tatsächlich es ist leerer geworden. Von weitem winkt uns ein Mann zu, es ist ein Camper aus Florenz, den wir von unserem letzten Campingplatz kennen. Mit seiner Hilfe und nach einigen Rangiermanövern stehen wir richtig und haben einen herrlichen Blick von der Hecksitzgruppe aus auf die Bucht von Golfo Aranci.

 

Später gehe ich noch mit Cheevi zusammen im Meer baden, ich mit Genuss und er mit etwas Widerwillen.

 

Als am frühen Abend die Geschäfte wieder öffnen, machen wir einen Spaziergang durch die Hauptstraße und auf dem Rückweg erkunden wir die wunderschön angelegte Promenade mit geschwungenen Wegen, einem kurzgeschnittenem Golfrasen, Springbrunnen, Kunstwerken und Boutiquen vor denen Loungesessel mit Polstern aufgestellt sind. Sehr ansprechend das Ganze und auch gern genutzt von den Einheimischen auch nach Einbruch der Dunkelheit.

 

Die Meerjungfrau von Golfo Aranci

Als ich mit den Hunden auf der Promenade unterwegs bin, höre ich schon von weitem sardische Musik. Die kommt von der Meerjungfrau, die aus dem Wasser aufgetaucht ist.

 

2 Mal am Tag, um 13:00 und 19:30 taucht zu sardischen Gesängen eine Meerjungfau aus Bronze aus dem Wasser auf. Sie ist 3,5 Meter hoch und wiegt 6,5 Tonnen. Ein einmaliges Erlebnis.

 

Wen das Schwimmen als Meerjungfrau mehr interessiert, kann es hier in Golfo Aranci bei Francesca erlernen. Das ist aber nur was für (Jung)Frauen, Männer sind dafür völlig ungeeignet.