Sardinien (2018)

Rückreise

Dienstag, 19. bis Freitag, 22.06.2018

 

Der Rückreisetag ist angebrochen. Bereits um 6:30 ist unser Nachbar schon draußen untergwegs. an ein Wiedereinschlafen ist bei mir nicht mehr zu denken. Um 8 Uhr stehen wir auf, ich gehe Gassi mit den Hunden nacheinander und da Gaby keine Lust auf Frühstck hat, gehe ich in die nebenan gelegene Bar und gönne mir einen Cappuccino und hole Brot für den Seetag.

 

Um halb 10,  zwei Stunden vor dem geplanten Ablegen fahren wir zur Fähre. Wir sind fast die ersen. Das nächste Mal lassen wir uns mindestens noch eine Stunde mehr Zeit. Zuerst dürfen die PKWs an Bord, dann die Busse und LKWs rückwärts und zuletzt alle Wohnmobile außer Ove und ich. Auch die Wohnmobile müssen rückwärts über die Rampe an Bord. Uns beschleicht ein mulmiges Gefühl. Die letzten sind wir beide und zu unserer Überraschung dürfen wir vorwärts bei der rechten Klappe an Bord, drehen in der Mitte und kommen hinter der linken Klappe in Fahrtrichtung nach außen zum Stehen. Super, besser konnte es nicht laufen.

 

Die Fähre legt 20 Minuten vor der geplanten Abreise ab und da sie Mega Express Two heißt, fährt sie extrem schnell, überholt unterwegs diverse andere Fähren und kommt nach etwas mehr als 6 Stunden in Livorno an.

 

Es ist ein sonniger aber auch windiger Seetag. Wir bleiben den ganzen Tag an Deck, Gaby immer mit den Hunden im Schatten, ich immer wieder auch auf einem Liegestuhl in der Sonne.

 

Bei der Ankunft in Livorno geht es ziemlich schnell, runter in die Garage, Motor anlassen und raus über die Rampe. Ein Anhalten ist von da an nicht mehr möglich. Eine zeitlang fahre ich hinter Ove her, dann muss ich auf die SS1 Richtung Pisa abbiegen. Ove will heute noch über den Apennin bis Parma weiterfahren. So können wir uns gar nicht mehr so richtig verabschieden.

 

 

Unser Ziel heute ist der Agriturismo Lago Le Tamerici am gleichnamigen See. Sehr schön angelegt und gepflegt. Wir und die Hunde sind froh, als endlich das Wohnmobil steht, der Tisch und die Stühle aufgestellt sind und die Hundedecken liegen. Schnell noch ein kühles Begrüßungsbier und dann gehts ins Restaurant am Platz. Das Essen ist nicht so sehr der Burner, aber auch nicht schlecht. Anschließend können wir von der Terrasse aus einen schönen Sonnenuntergang beobachten.

 

Wir sind hier in der Nähe vom Flughafen Pisa. Dieser wird in erster Linie von Ryanair und den US-Streitkräften genutzt, die hier neben der Via Aurelia den Miltärstützpunkt Camp Darby unterhalten. Wir fuhren kilometerlang direkt am Zaun vorbei und sahen Tausende verschiedenster gepanzerter Fahrzeuge aufgereiht, alle in Wüstenfarben lackiert. Neben normalen Passagiermaschinen fliegen auch etliche Transportflugzeuge an unserem Campingplatz vorbei. Uns stört der von den Maschinen verursachte Lärm nicht.

 

 

Am Mittwoch relaxen wir erstmal, die Sonne brennt vom Himmel bei über 30 Grad und es ist windstill. Zum Glück stehen wir ein wenig unter Bäumen. Gegen 16:00 kommt Wind auf, wie angenehm. Das Schwimmbad ist geöffnet, aber da darf man nur mit Badekappe rein. Ich dachte, so ein altmodisches Zeug gibt es gar nicht mehr außer bei Schwimmwettkämpfen. Da ich keine Lust habe eine Badekappe käuflich zu erwerben, begnüge ich mich am Beckenrand die Füße im Wasser baumeln zu lassen. Ein bißchen hat es geholfen.

 

Später beschwere ich mich per E-Mail bei Digi Mobil, da mein gestern erworbenes Guthaben für die SIM-Karte zwar auf meinem Konto gutgeschrieben ist, aber das Volumen nicht aktiviert wurde. Eine Hotline-Mitarbeiterin ruft mich daraufhin aus Rumänien an, dass man das immer telefonisch aktivieren müsste. Sie ist aber so nett, das für mich zu erledigen. Eine halbe Stunde später habe ich weitere 6 GB aktiviert, das sollte für den Rest des Aufenthaltes in Italien (bis morgen) ausreichen.

 

Ciao Bella Italia

Am Donnerstag um 09:00 starten wir und müssen erstmal ganz Pisa durchqueren bis wir endlich die Autobahn erreichen. Wir kommen gut voran, erst die Küste entlang bis Massa und dann biegen wir rechts ab, um den Apennin zu überqueren. In Parma erreichen wir die Autostrada des Sole, die uns nach Mailand bringt. Kurz davor geht es auf die West-Tangente und von dort an nach Como und an die Schweizer Grenze.

 

Sobald wir losfahren verschwindet Negri in der Dusche und bleibt dort bis wir anhalten. Cheevis Platz hingegen ist der auf Gaby Schoß, von wo aus er aus dem Fenster gucken kann. Da es Gaby heute nicht so gut geht darf er nicht auf ihren Schoß und so sitzt er vor ihr und hat den Kopf auf den Beifahrersitz gelegt.

 

Es ist verdammt heiß, 34 Grad. Auf der Mailänder Tangente wählen wir eine falsche Abfahrt und landen beim Messegelände, kommen dann aber anhand der Beschilderung schnell wieder auf den rechten Weg zurück. Das Navi ist hier wieder einmal keine Hilfe, denn es braucht fast 10 Minuten für die Neukalkulation der geänderten Route. So ein Gerät braucht kein Mensch. Garmin, setzen, schämen, sechs!

 

Im Tessin kommen wir gut voran bis auf 1.000 Meter und am Eingang zum 17 km langen Gotthardtunnel zeigt das Thermometer immer noch 32 Grad. Auf der Nordseite.

sinkt die Themperatur um etwa 5 Grad. Im Vergleich zu den italienischen Autobahnen ist es in der Schweiz ein Vergnügen über den glatten Asphalt zu gleiten.

 

Es ist unglaublich wieviele Tunnel wir passieren, alle gut ausgebaut und beleuchtet. Am Vierwaldstätter See gibt es den Seelisbergtunnel mit über 9 km Länge und Luzern ist nahezu komplett untertunnelt.

 

 

Weiter geht es nach Basel und auf deutscher Seite bis nach Bad Krozingen zum Fallerhof, bei dem wir auch auf der Hinfahrt gegessen und übernachtet hatten. Der Parkplatz ist sehr gut belegt und wir haben etwas Probleme unser 12m langes Gespann unterzubringen. Nach fast 8 Wochen guter Mittelmeerkost freuen wir uns auf echtes deutsches Essen mit Bratkartoffeln.

 

 

Am nächsten Morgen sind die vier Sattelschlepper hinter uns bereits verschwunden, so dass wir einigermaßen gut vom Parkplatz wegkommen für die letzten 300 Kilometer nach Hause.

 

Auf der nächsten Seite folgt ein Fazit und was uns alles so auffiel.