Spanien (2016)

Heimreise

Tag 45-49: Mittwoch, 24. bis Sonntag, 28.02.2016

 

Uns hat es in Cullera so gut fallen, dass wir gerne noch ein paar Tage geblieben wären. Aber wir hatten uns als Rückkehrtermin Ende Februar vorgenommen und auch schon für Anfang März einige Termine vereinbart.

 

Wir hatten in den letzten Tagen Kontakt mit unseren FB-Freunden Horschi und Sabine aufgenommen, die ebenfalls ihre Rückreise angetreten hatten. Und da sie nur 60 km nördlich von uns auf dem Valencia Camper Park in Bétera waren, fuhren wir kurzentschlossen dorthin, um sie abzuholen und gemeinsam die lange Stecke in Richtung Heimat zu fahren. Gaby war in der letzten Nacht krank geworden und verbrachte weite Strecken schlafend im Alkoven oder auf der Rücksitzbank. Da wir keine mautpflichtigen Autobahnen fuhren, dauerte die Fahrt länger als geplant und wir erreichten den uns bekannten Stellplatz in Pineda de Mar gegen 19:00. Ursprünglich wollten wir auswärts essen gehen, aber wir waren alle so geschafft, dass wir darauf verzichteten.

 

Zurück in Frankreich

Als nächstes Ziel vereinbarten wir den Stellplatz am Hafen von Palavas-les-Flots bei Montpellier. Heute wollten wir getrennt fahren, Horschi auf der Autobahn und ich mautfreie Nebenstraßen. Für uns wurde es wiederum 19:00 und ich hatte endgültig die Nase voll und nahm mir vor, jetzt nur noch auf Autobahnen weiterzufahren. Die beiden warteten schon ungeduldig auf uns, denn sie wollten uns anlässlich Sabines Geburtstag zum Abendessen einladen. Gaby war leider noch kränker geworden und kam nicht mit. Wir fanden ein nettes und gut besuchtes Lokal direkt an der Mole. Es war ein Glückstreffer. Ein deutschsprechender Tischnachbar half uns bei der Übersetzung der Speisekarte. Wir wählten Ente mit Pilzrahmsauce und Kalbschnitzel mit Roquefort, beides sehr lecker. Es stellte sich heraus, dass der nette Tischnachbar Italiener war, in Holzminden studiert hatte, sein Leben lang in diversen Ländern als Übersetzer gearbeitet hatte und jetzt in Palavas-les-Flots seinen Ruhestand genießt. Er besitzt eine Motoryacht und verdient sich durch Gästefahrten ein kleines Zubrot.

 

Ab Freitag wollten wir getrennt weiterfahren und verabschiedeten uns. Also rauf auf die Autobahn und Kilometer runterreißen. In Lyon verließen wir die Autobahn, um über eine Landstraße nach Bourg-en-Bresse zu fahren, dort zu tanken und dann zu übernachten. 20 Kilometer vorher kamen wir am Parc des Oiseux (Vogelpark) vorbei, der im Winter geschlossen ist, aber Wohnmobilisten erlaubt auf dem Parkplatz zu übernachten. Es standen bereits einige große Wohnmobile mit PKW-Anhänger da und es gesellten sich bis zum Abend noch einige andere kleinere Wohnmobile dazu. In der Gemeinschaft fühlten wir uns sicher.

 

Überfall auf unsere Nachbarn

Am nächsten Morgen klopfte es um acht Uhr an unsere Tür. Die Frau aus dem Nachbar-Womo stand ganz aufgeregt vor mir und erzählte, dass sie morgens um vier Uhr Besuch von Einbrechern hatten, die vor deren Bett standen. Sie wurden nicht bedroht, aber die Diebe nahmen alles Wertvolle mit, was so offen rumlag: 300 Euro, ein Tablet und 2 Armbanduhren. Die Einbrecher hatten das Schloss der Aufbautür mit einem Schraubenzieher geöffnet, weitere Sicherungen waren nicht vorhanden. Der Schreck war bei uns groß, denn es hätte auch uns passieren können. Warum es die getroffen hat, ist die Frage. Vielleicht hatten die Diebe den Eindruck dieses Fahrzeug am leichtesten aufbrechen zu können oder sie haben von außen die Wertgegenstände gesehen. Bei uns wären sie sicherlich vom Bellen unserer Hunde gestört worden. Nach diesem Erlebnis habe ich mir vorgenommen, in Zukunft vor dem Schlafen gehen alles Wertvolle wegzupacken.

 

Ich nahm mir vor, den restlichen Weg von 650 km in einem Rutsch durch zu fahren. In der Nähe von Besançon hielten wir an einem Rastplatz der Autobahn an. Kaum standen wir, klopfte es an unserer Tür. Großer Schreck! Wer will denn da was von uns? Ich guckte erstmal durch das Seitenfenster. Ein bekanntes Gesicht stand vor unserer Tür, Sabine. Sie hatten zufällig am gleichen Ort auch eine Pause gemacht. Auf deutscher Seite wurde ich irgendwann müde und sah mich außerstande die letzten 250 km noch zu fahren. Also fuhren wir in Rust von der Autobahn und stellten uns gegenüber einer Tankstelle zu einigen LKWs, schliefen ausgezeichnet und hatten keine Angst. Am Sonntag Mittag waren wir endlich zu Hause.