Süditalien (2016)

An den Gargano

Mittwoch 14. bis Sonntag 18.09.2016

Zwischenstopp in der Region Molise

Heute wollen wir Igea Marina verlassen und weiter in den Süden und zwar nicht über die Autobahn, sondern die Staatsstraße SS16. Nach 20 km geben wir dieses Vorhaben auf, denn wir fahren von einem Kreisel in den nächsten und zwischendurch sind nur rote Ampeln. In diesem Bereich folgt ein Urlaubsort dem nächsten ohne Unterbrechung. Also doch rauf auf die Autobahn und Strecke machen. Hinter Pescara bei Ortuni fahren wir wieder runter, um weiter auf der SS16 nach einer Übernachtungsmöglichkeit zuz suchen. Die Berge gehen in dieser Gegend bis fast an den Strand, es ist ein ständiges rauf und runter. Da fällt uns ein, dass wir einen Reiseführer für Apulien dabei haben. Wir sind noch gar nicht in Apulien sondern in der Region Molise und trotzdem finden wir einen Parkplatz direkt am Strand, bei dem das Übernachten in der Nachsaison geduldet wird. Einige Wohnmobile sind schon da, zwei östereichische mit einem Smart auf dem Hänger so wie wir. Kleines Smart-Treffen in Süditalien. Wie so oft kommen wir schnell ins Gespräch und einer zeigt mir, wie ich den Smart noch besser verzurren kann. Man lernt eben nie aus.

 

Weiter an den Gargano

Bis zum Beginn des Gargano über die SS16 ist es nicht weit. Wir fahren dann 20 km am Lago di Lesina vorbei und wechseln bei Torre Mileto auf die Küstenstraße und erreichen schließlich Rodi Garganico, das bereits 800 v. Chr. besiedelt wurde. Die Straße führt steil den Berg hinauf bis zum Zentrum. Dort befindet sich ein Platz, auf dem sich viele Menschen tummeln. Die Weiterfahrt geradeaus ist verboten und soll in einem rechten Winkel durch eine kleine Gasse erfolgen, unmöglich für unser Gespann von 12 m Länge. Einige Anwohner erkennen unsere Situation und gestikulieren, dass wir geradeaus durch die schmale Straße mit Gegenverkehr weiter fahren sollen. Ich bin mir zuerst unsicher, aber dann erkenne ich noch ein Zusatzschild, das die Durchfahrt für Wohnmobile gestattet. Dann geht es steil in Serpentinen wieder den Berg runter und wir landen auf einer breiteren Straße, die am Strand entlang führt.

 

Nach Rodi Garganico passieren wir die Foresta Umbra (dunkler Wald), der Teil des Nationalparks Gargano ist. Dies ist ein jahrtausendealter Wald mit extrem hohen Buchen und 2.500 Planzenarten. Viele Wanderwege führen durch den Wald. Wir erreichen schließlich gegen Mittag unser Ziel, einen Stellplatz an der Calenella-Bucht.

Ausspannen am Meer

Von unserem Platz aus haben wir einen fantastischen Blick auf den davorliegenden Strand und das Meer. Cheevi nimmt einen Beobachtungsplatz vor unserem Wohnmobil ein und passt auf, was auf dem Strand passiert. Wenn wir mit den Hunden am Strand sind und sie ableinen, dann tobt insbesondere Cheevi fröhlich rum. Wenn er in großer Entfernung einen anderen Hund erkennt, ist kein Halten mehr und er läuft in Höchstgeschwindigkeit zu ihm hin, um ihn zu begutachten.

 

Gegen Mittag fahre ich ins 6 km entfernte Peschici, um etwas einzukaufen und Fotos zu schießen.

 

Unsere Hunde sind wasserscheu und das Meer sehr flach. So beschließe ich Cheevi das Meer näher zu bringen. Ich nehme ihn auf den Arm, trage ihn 20 m ins Meer und setze ihn dort ab. Er kann wirklich gut schwimmen und ist jedesmal froh wieder Boden unter seinen Beinchen zu spüren. Dann schüttelt er sich und wälzt sich klitschnass im Sand.

Besuch von Vieste

Am Sonntag Vormittag beginnt es zu regnen und es sieht nicht danach aus, dass sich die Sonne lange blicken lässt. Deshalb beschließen wir der 30 km entfernten Stadt Vieste einen Besuch abzustatten. Vieste liegt auf einem Felsen am äußersten Punkt des Sporn von Apulien, war früher ein Fischerdorf und lebt heute vor allem vom Tourismus. Wegen der hier starken Winde ist es ein beliebtes Surfer- und Seglergebiet. Wir finden schnell einen Parkplatz vor dem Rathaus und gehen in die Altstadt. Dort finden wir gleich ein Restaurant. Es geht dann durch viele enge Gassen trepp-auf trepp-ab. Gegen Ende unseres Rundgangs beginnt es leicht zu regnen und wir beeilen uns zu unserem Smart zurück zu kommen, da wir das Dach sperrangelweit offen gelassen hatten. Wir fahren dann zurück die kurvenreiche Küstenstraße zu unserem Stellplatz.