Süditalien (2016)

In den Salento

Freitag, 23. bis Montag, 26.09.2016

Am Freitag geht es wieder weiter in den Süden in den Salento. Das ist der Absatz des italienischen Stiefels. Wir hatten eine Empfehlung die Spiaggia Torre dell'Orso südlich von Lecce aufzusuchen. Und hier wollen wir heute hin. Wir fahren gemütlich die SS16 entlang, an Brindisi und Lecce vorbei und über eine Provinzstraße an der Küste weiter.   

Die Küstenlinie ist sehr zerküftet. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine und kleinste Buchten mit Sandstrand. Unterwegs sehen wir immer wieder an der Steilküste parkende Wohnmobile, aber für uns reichte der Platz nicht. Dann kommen wir nach Torre dell'Orso und sehen bereits von weitem die Bucht mit weißem Sandstrand, die gut bevölkert ist. Wieder keine Möglichkeit zu parken für uns. So fahren wir weiter.

 

Jetzt wollen wir auf einen Campingplatz, sehen ein Schild und fahren die Straße in Richtung Strand hinein. Der Campingplatz ist geschlossen, nichts ungewöhnliches um diese Jahreszeit. Davor ist ein Wendehammer. Ich probiere mein Bestes umzukehren, es ist nicht möglich. Es bliebe uns nur noch den Smart abzuladen und den Hänger abzukoppeln, um da wieder rauszukommen.

 

Vom Wendehammer aus führt ein sandiger Weg durch ein kleines Wäldchen weiter. Ich gehe zu Fuß dort lang und lande direkt am Strand und entdecke davor einer kleine freie Fläche zwischen Büschen, die zum Umdrehen geeignet ist. So fahren wir dorthin und parken. Das ist unser einsamer Übernachtungsplatz für heute und morgen sehen wir weiter.

 

So um 22:00 kommt ein Auto und parkt vor uns. Ein Liebespäarchen oder Räuber? Nein. Ich gehe mit der Taschenlampe raus und sehe drei Männer, die sich lange Gummihosen und Stiefel anziehen, sich LED-Lampen auf den Kopf schnallen, einen Sack umbinden und eine Forke in die Hand nehmen. Ich spreche sie an und sie sagen mir, sie würden Meeräschen fangen. Gaby und ichgehen dann an den Strand und sehen die Männer im seichten Wasser rumwaten auf der Suche nach Beute. Wir haben dann eine sehr ruhige Nacht bei Wellenrauschen und Sternenhimmel.

Weiter nach Porto Badisco

Heute am Samstag zieht es die Einheimischen an die Strände, sie sind gut besucht. Auf dem Weg nach Süden halten wir an, um uns zu überlegen welches Ziel wir ansteuern. Plötzlich steht ein blaues Smart Cabrio mit Bonner Kennzeichen neben uns. Die haben unseren Smart auf dem Hänger erkannt, denn wir parkten in Vieste am Gargano nebeneinander. Das Päarchen erzählt uns, dass sie mit dem Smart aus Bonn hierher gefahren sind, um eine Rundreise zu machen. Alle Achtung!

 

Das heutige Ziel ist Porto Badisco südlich von Otranto. Wir hatten in unserem Reiseführer gelesen, dass es dort eine schöne Badebucht gibt. Leider sind wir mit unserem Gespann zu groß um sie anzusteuern. Etwas außerhalb finden wir an der sehr kurvigen und schmalen Küstenstraße per Zufall einen großen Stellplatz. Als wir uns dort eingerichtet hatten, hören wir viele Motorradgruppen vorbeirasen. Das ist eine beliebte Strecke für einheimische Biker und auf dem kurzem geraden Stück vor dem Stellplatz haben die mindestens 150 Sachen drauf.  Unglaublich.

 

Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Smart an die besagte Badebucht und weiter die kurvige Küstenstraße gen Süden bis Santa Cesarea Terme, einem gut besuchten Urlaubsort. Als wir wieder zurück sind, unterhalte ich mich längere Zeit mit dem netten Betreiberehepaar. Am Schluss schenken sie mir einen Bildband über Otranto und seine Umgebung.

Salentinisches Mittagessen

Heute hatten wir eigentlich vor Otranto zu besuchen. Aber dann gehen wir am Mittag im Restaurant am Stellplatz essen. Das Lokal ist gut mit Einheimischen besucht. Die Bedienung empiehlt uns einen Antipasto nach Salentiner Art zu bestellen, was die meisten anderen Gäste auch tun. Sehr sehr lecker. Danach brauchen wir nur noch einen Espresso. Dann entspannen wir uns vor dem Womo und genießen die Sonne und die leichte Brise. Der Besuch von Otranto ist erstmal gestrichen.

Besichtigung von Lecce und Otranto

Wenn wir schon mal in der Gegend sind, dann wollen wir zwei interessante Städte

besichtigen: Lecce und Otranto.

 

Die Gründung von Lecce liegt der Sage nach im Jahr 1211 v. Chr. Im Umland von Lecce wird ein weicher Tuffstein abgebaut (Pietra Leccese), der die rasche Ausbreitung des Lecceser Barocks ermöglichte, dessen zahlreiche Bauwerke in der Stadtmitte zu bewundern sind. Die Stadt wird auch das „Florenz des Barock“ genannt. Lecce strotzt nicht nur von Barockgebäuden, sondern ist gleichzeitig auch eine moderne und lebhafte Stadt, mit einem höheren Lebensstandard als die meisten anderen süditalienischen Städte. Wir können mit dem Smart direkt an der langen Fußgängerzone in der Altstadt parken. Hier befinden sich die barocken Bauwerke mit unzähligen schönen Geschäften, Bars und Restaurants.

Beim Städtchen Otranto liegt mit dem Capo d'Otranto der östlichste Punkt von Italien, von hier beträgt die Distanz nach Albanien über die Straße von Otranto nur etwa 71 km. Otranto wird beherrscht von der Burg an die viele kleinen Gäßchen der Altstadt angrenzen.