Süditalien (2016)

Entlang am Ionischen Meer

Dienstag, 27.09. bis Samstag, 01.10.2016

Rund um den Absatz des Stiefels von Italien

Am Dienstag fahren wir weiter. Erstes Ziel ist Leuca, der Ort an der Spitze des Absatzes Italiens. Wir fahren gemächlich die Küstenstraße entlang, die über Klippen entlangführt, bergauf bergab, manchmal breit, manchmal schmal. Die Aussicht über Küste und Meer ist ein Genuß. Kurz vor Leuca erreichen wir den 46 m hohen Leuchtturm, der weithin sichtbar ist. Dann machen wir in Leuca am  an der Promenade eine kurze Pause und fahren wieder raus aus dem Ort, Ziel ist Ugento etwas im Landesinneren, da ist ein Lidl und wir füllen unsere Vorräte auf. Leider ist der Backautomat noch im Bau, wir hatten uns schon auf deutsche Brötchen gefreut und wollten etwas mehr zum Einfrieren mitnehmen. Dann geht es weiter an die Küste und wir finden einen großen Strandparkplatz in Posto Vecchio zum Übernachten. Hier gibt es viele Mücken, die uns beim Gassigehen ganz schön zerstechen. Einige verirren sich auch ins Womo und Gaby ist fleißig mit der Fliegenklatsche unterwegs.

 

Posto Vecchio liegt mit anderen Dörfern an einer langen Bucht mit einigen Strandabschnitten. Hier trennt eine kleine Düne den Parkplatz vom Strand. Am Vormittag sind schon viele Einheimische zum Strand gelaufen und gegen Mittag machen wir das ebenso. Wir platzieren uns ganz vorne am Wasser, Cheevi buddelt sich ein großes Loch, so dass nur noch der Kopf rausguckt und er spielt wieder Baywatch. Die Luft ist angenehm bei 26 Grad, einer leichten Brise und Wellengang. Nach 2 1/2 Stunden und einigen Badegängen geht's zurück zum Womo. Leider können wir nicht draußen sitzen, denn die Mücken sind schon wieder unterwegs. Den Hunden macht das nichts aus, sie bewachen unser Areal.

 

Die Mückenplage am Abend ist unerträglich. Wir verrammeln im Womo alle Fenster und gehen auf Mückenjagd. Irgendwann sind sie alle erledigt und wir haben Ruhe. Auf den Gardinen hängen die Reste von ihnen. An der Farbe können wir erkennen, welche uns berits gebisswen hatten. Wir wollen am nächsten Morgen nur noch weg.

Auf der Suche nach einem Platz ohne Mücken

Wir haben aus dem Reiseführer eine Badebucht hinter Gallipoli ausgewählt. Der Weg dorthin ist entspannend, denn wir fahren keine Nebenstraßen sondern wählen die Staatsstraße. Vor der letzten Abbiegung im Dorf Torre Squillace bleibe ich stehen und gehe zu Fuß zum Strand, um sicherzustellen, dass wir da hin passen. Alles OK. Obwohl dort Parkverbotsschilder stehen parken bereits einige PKWs und ein Einheimischer sagt mir, dass wir in der Nachsaison hier ruhig stehen und auch übernachten könnten. Also nichts wie hin.

 

Wir parken vor einer kleinen Grünfläche die in Klippen übergeht. Etwas abseits ist ein kleiner Strand. Auf den Klippen (1 m hoch) befinden sich kleine Plattformen, in denen ein Rohr für einen Sonnenschirm eingelassen ist. Gute Idee. Wir besetzen mit unseren Stühlen eine der drei Plattformen und gönnen uns erstmal einen Campari mit Eis!

 

Es ist eine kleine Bucht mit einem sanften Wellengang. Vom Strand aus geht es sehr eben ins Wasser. Ich gehe schwimmen, die Wassertemperatur schätze ich auf 22 Grad.

 

Kurz nach 18:00 beginnt der Sonnenuntergang und ich lasse mir die Gelegenheit nicht entgehen Fotos davon zu machen. So eine Sonne in zwei Farben hatte ich bisher noch nicht gesehen. 

Wir haben den ultimativen Strand gefunden

Wir würden gerne am Strand von Torre Squillace noch länger bleiben, aber wir müssen unbedingt entsorgen. Aber wo? In einem der Reiseführer, die wir dabei haben, ist ganz in der Nähe der Stellplatz Le Radici ausgewiesen und so fahren wir die 5 km dorthin, um eine Nacht zu bleiben. Als wir da sind, kommt uns der Besitzer entgegen und teilt uns mit, dass heute der letzte Öffnungstag ist. Kostenlos entsorgen und Wasser bunkern dürften wir auf jeden Fall, was wir gerne annehmen. Ich unterhalte mich noch weiter mit dem Besitzern, er zeigt mir die ganze Anlage, sie ist sehr schön und sauber. Auf dem Gelände ist auch ein Restaurant, das nur für die Gäste des Stellplatzes reserviert ist. Es ist so ein toller Stellplatz, wir wären gerne ein paar Tage geblieben. Bevor wir weiterfahren, schenkt mir der Besitzer noch eine Flasche Rosato, den sie neben Olivenöl selbst anbauen. So nette Stellplatzbetreiber habe ich noch selten erlebt, eine absolute Empfehlung.

 

Wir fahren weiter, Ziel ist die Küste hinter der Großstadt Taranto. Unterwegs kommen wir an einem Lidl vorbei, dort gibt tatsächlich deutsches Brot und frische Brötchen. Gekauft und eingefroren. Hinter mir an der Kasse ist ein Deutscher. Auf dem Parkplatz steht er neben uns und ich unterhalte mich mit ihm. Er verbringt mit seiner Frau seit 13 Jahren 8 Monate im Winter in San Pietro in Bevagno am Strand, 25 km entfernt. Das klingt interessant. Er bietet uns an uns dorthin zu begleiten, was wir gerne annehmen. Ein Glücksfall. Wir stehen jetzt an der Straße, daneben drei schattige Bäume, vor uns eine kleine betonierte Terrasse, anschließend der Strand und eine kleine Badebucht. Es ist so schön und trifft genau unsere Vorstellungen vom Strandleben mit dem Wohnmobil. Wir werden wohl einige Tage bleiben.