Süditalien (2016)

Weiter nach Kalabrien

Freitag, 07. bis Dienstag, 11.10.2016

Freitag ist sehr schlechtes Wetter. Es regnet immer wieder und es wird kälter. Wir machen abends das erste Mal die Heizung kurz mal an. Da morgen wieder sonniges Wetter angesagt ist, bleiben wir noch einen Tag auf dem Stellplatz in Matera und halten uns nur in unserem mobilen Zuhause auf.

 

Wie angesagt taucht am Samstag wieder die Sonne auf. Wir stehen ungewöhnlich früh auf, denn bereits ab 7 Uhr ist Bewegung auf dem Platz. Am Sonntag ist ein professionelles Gokart-Rennen und heute morgen tauchen diverse Teams auf, holen ihre Fahrzeuge aus den Lastern und beginnen zu schrauben. Heute sind die Proberennen und wir müssen den Platz räumen. Das war uns aber auch bekannt.

 

Gegen zehn Uhr sind wir auf Achse, Ziel ist die Küste in Richtung Kalabrien. Nach gut 60 Kilometer fahren wir von der Staatstraße ab und folgen dem Schild "Mare". Dann gibt es eine schnurgerade Straße und am Ende bei einem Pinienwald taucht plötzlich das Meer auf. Wir sind am Lido 48. Direkt vor dem Strand ist ein riesengroßer Parkplatz und da stehen 9 Wohnmobile, drei Österreicher und der Rest Deutsche. Was für ein Glücksfall. Ein riesiger Strand, etwas abgeschieden und wenig los. Da bleiben wir. Erstmal Stühle raus, einen Campari mit Eis eingeschenkt und hinterher an den Strand zum Bruzzeln.

Weiter der Küste entlang

Am Sonntag regnet es immer wieder und es weht ein heftiger Wind. In einer Regenpause machen die Besatzungen der 3 österreichischen Womos einen Spaziergang und kommen bei uns vorbei. Und siehe da, dabei sind auch die wir in Pettacciato auf der Fahrt zum Gargano getroffen hatten und der mir das richtige Verzurren des Smart gezeigt hatte. Welch ein Zufall. Sie waren einen Monat hier, hatten Ausflüge mit ihrem Smart gemacht und reisen so wie wir morgen wieder ab.

 

Die ganze Nacht regnet es weiter aber morgens als wir abreisen, hört es auf. Wir fahren die SS106 an der Küste entlang, im Hintergrund werden die Berge immer höher Die Orte in dieser Gegend sind wenig interessant, viele Bauruinen. Lediglich Le Castella ist ein Highlight und wir machen eine Pause, um uns von außen das Kastell anzusehen, beeindruckend.

 

Nach 6 Stunden und 230 km finden wir einen Übernachtungsplatz in San Lorenzo di Cutra direkt am breiten Strand. Wir sind ganz alleine und machen gleich mit den Hunden einen Spaziergang. Cheevi ist so glücklich, dass er sich dauernd im Sand wälzt. Dabei kommt er immer näher ans Wasser. Und dann kommt eine Welle und er ist nass. Das findet er gar nicht lustig. Er schüttelt sich kurz und dann rennt er nur noch am Strand rum.

Wir nähern uns der Spitze Italiens

In der Nacht kommt ein Gewitter und starker Regen. Ich stehe um 1 Uhr auf und beobachte, wie vom etwas erhöhtem Strand das Wasser gemischt mit Sand vor unserem Womo vorbeifließt. Ich denke nur, hoffentlich wird das nicht alles Matsch und wir kommen da nicht mehr weg. Meine Sorge war unbegründet. Am Morgen ist der Boden immer noch fest genug und wir können problemlos unseren Übernachtungsplatz verlassen. Ziel ist die 140 km entfernte Strandpromenade von Ardore Marina, eine Empfehlung von Klaus aus Gummersbach, den wir am Lido 48 kennen gelernt hatten. Er war bereits am Sonntag hierhin weiter gefahren.

 

Ab Catanzaro wird die Umgebung ansprechender und die Orte sind nicht so menschenleer wie weiter nördlich. Die Zufahrt zur Strandpromenade in Ardore Marina ist eine enge Gasse. Wir fahren erstmal vorbei, weil wir uns unsicher sind, ob wir da durch passen. Wir drehen und beim zweiten Mal wagen wir die Durchfahrt. Es passt. Die Strandpromenade mit breiter Straße ist einen Kilometer lang. Auf der Hälfte steht Klaus mit seinem Frankia und Anhänger mit einem CanAm Spyder drauf. Wir werden beide ein paar Tage hier bleiben, wenn das Wetter hält.

 

Zum Wetter kann ich sagen, dass es bisher nur nachts regnet und tagsüber die Sonne scheint bei 24 Grad und warmem Wind.