Süditalien (2016)

Amalfiküste

Mittwoch, 26. bis Samstag, 29.10.2016

Am Mittwoch geht es zur Erkundung der südlichen Amalfi-Küste. Wir fahren mit dem Smart die paar Kilometer zur Küste und steigen sofort in die schmale Küstenstraße ein. Kurven um Kurven, viel Verkehr und die vielen Scooterfahrer, die abenteuerlich überholen. Wir mögen es uns kaum vorstellen, wie es hier im Sommer zugeht. Unterwegs finden wir kaum freie Plätze für Fotoshootings. Das Wetter ist bedeckt und diesig, für Fotos suboptimal.

Wir passieren Maiori, Minori, Atrani, Amalfi und nirgends ist ein freier Parkplatz für unseren Smart zu finden. Wir fahren weiter bis Positano, das sehr weit nach oben bebaut ist. Die Straße führt uns ganz nach oben und dann geht es durch eine enge kurvenreiche Straße bis runter ans Meer. Hier sind sehr viele Touristen und unzählige Restaurants mit vollbesetzten Tischen auf dem 1,5m breitem Fußweg. Wenn man aus einem Geschäft tritt und einen zu langen Schritt macht, dann könnte es durchaus passieren, dass der Fuß unter einem Reifen eines vorbeifahrenden Autos gerät.

Drei Stunden für 40 km

Für die 40 km bis Positano brauchen wir ca. 3 Stunden und sind vom Verkehr ziemlich geschafft. Auf dem Rückweg ist plötzlich die Küstenstraße wie leergefegt. Ist ja klar, es ist 14:00 und die Italiener sind zuhause beim Mittagessen und nicht auf der Straße.

Froh wieder aus Positano raus zu sein, geht es zügig heimwärts. Es ist schon erstaunlich, wo all die Häuser und vielen Hotels hingebaut wurden. Gefallen hat uns (von außen) das Hotel/Restaurant Torre Normanno, das in einem alten Normannischen Turm mit herrlicher Terrasse auf einem Felsen über dem Meer installiert wurde.

Ich wollte unbedingt in Maiori die berühmte Pasticceria Sal de Riso besuchen. Und tatsächlich finden wir auf dem Rückweg direkt davor einen freien Parkplatz. Ich sage Euch, wenn Ihr hier unten seid, geht da unbedingt rein. Die Törtchen sind eine solche Köstlichkeit, die findet man kaum woanders.

Empfehlung für die Küstenstraße

Fahrt die Küstenstraße zwischen 13:30 und 16:00, am Besten von Westen nach Osten, da ist man auf der Seeseite, hat einen besseren Ausblick und findet hin und wieder Parkbuchten im Kleinwagenformat. Wir haben kein Verbotsschild für Wohnmobile gesehen, ich würde aber dringend davon abraten diese Staße zu befahren, außer man hat einen Kastenwagen. Es kommen einem immer wieder Linienbusse in voller Größe entgegen, da wird es dann problematisch.

Heftiger Sturm und ein entwurzelter Baum

Am Donnerstag morgen um 6 beginnt hier in Cava de' Tirreni ein Gewitter und es schüttet bis zum Nachmittag. Wir machen es uns im Womo gemütlich, zum Glück ist es so geräumig. Als der Regen aufhört, kommt ein stürmischer Wind auf. Das Womo wackelt ständig hin und her, richtig beängstigend. Das geht so weiter die ganze Nacht. Am nächsten Morgen klopft ein Polizist an unsere Tür. Er zeigt mir, dass 10 m vor uns in der Nacht ein Baum umgefallen ist und empfiehlt uns entweder sofort den Platz zu verlassen oder an eine Stelle umzuparken, wo keine weitere Gefahr besteht. Welch ein Glück, dass es nicht den Baum direkt neben uns getroffen hat. Das wäre wegen dessen Größe für uns nicht lebensgefährlich gewesen, hätte aber einen dicken Schaden am Womo verursacht. Ich parke erstmal um, weil ich noch Zeit benötige den Smart aufzuladen. Derweil kommen Mitarbeiter vom Bauhof, um den Baum klein zu sägen und abzutransportieren. Der Himmel ist wolkenlos, gut für unsere Batterien, die nach zwei Tagen bewölktem Himmel 40% von Ihrer Kapazität verloren haben. Der Wind ist weiterhin stürmisch.

 

Sehnsucht nach Meer

Wir beschließen diesen Ort in Richtung Pompei zu verlassen. Da morgen das Wochenende beginnt und man an solchen Tagen Pompei besser nicht besuchen sollte, wollen wir erstmal 2 Tage ans Meer. Ich hatte mir in Google Maps den Strand in Castellamare di Stabia ausgesucht. Wir fahren die Autobahn auf der es so windig ist, dass ich nicht schneller als 70 kmh fahre. Die einheimischen LKWs überholen mich alle, macht aber nix. Wir verlassen die Autobahn und fahren die paar Kilometer nach Castellamare. Es ist 11:30, die Straßen sind voll und es geht nur im Schritttempo voran. Ich muss mehr in die Rückspiegel als nach vorne schauen. Die Scooterfahrer drängeln sich rechts und links vorbei, hin und wieder muss der linke Rückspiegel eingeklappt werden, um am Gegenverkehr vorbeizukommen. Gefühlte Stunden später erreichen wir die Strandstraße, natürlich auch voll. Und nun die große Enttäuschung, der ganze Strand ist eine Baustelle. Alle Mühe war umsonst.

 

Umsonst nach Pompei

Nur noch raus hier. Das Navi will mich gleich wieder in dieselbe Straße schicken von der wir gekommen sind, nur diesmal von der anderen Seite. Nix da. Ich folge meinem Gefühl und wähle eine andere Richtung, hänge mich hinter einen Bus und wir schaffen es tatsächlich relativ schnell aus der Innenstadt. Das bedeutet aber nicht dass wir keinen Verkehr mehr hätten. Im Großraum Neapel ist alles bebaut. Das Ortschild Pompei taucht auf, uns kommen schon die ersten Reisebusse entgegen. Unser Ziel ist ein Campingplatz direkt vor dem Haupteingang des archäologischen Zentrums. Wir sehen dort nicht nur einen sondern mehrere nebeneinander, alle mit engen Einfahrten. Anhalten und erst mal schauen, geht nicht, denn dann würde ich den gesamten Verkehr blockieren. Wir fahren erstmal weiter und halten einfach auf einer breiteren Straße im Halteverbot, um uns über das weitere Vorgehen zu beraten. Nach Abwägen einiger Alternativen beschließen wir wieder zurück an unserem Stellplatz in Cava de' Terreni zu fahren. Gesagt, getan. Am Ende sind wir 122 km im Kreis gefahren. Heute war einer der weniger erfolgreichen Tage.

Nördliche Amalfiküste

Nach der Südküste am Mittwoch wollten wir uns am Samstag die nördliche Amalfiküste ansehen. Also sind wir wie gestern wieder auf die Autobahn in Richtung Neapel und nach 20 km auf die Staatsstraße nach Salento. War die Straße im Süden eng und sehr kurvig so ist diese wesentlich breiter und einfacher zu fahren. Nach Salento wechseln wir auf eine Provinzstraße, die sehr nah an der Küstenlinie entlangführt. Wir wollen an die Spitze der Salentinischen Halbinsel.
Bei Massa Lubrense kommen wir an dem Restaurant Miracapri vorbei. Der Name des Lokals ist Programm. Es bietet eine schöne Terrasse mit direktem Blick auf die gegenüberliegenden Insel Capri. Wir halten spontan zum Mittagessen an und bestellen Spaghetti all'aglio, olio e peperoncino, Dorade und für hinterher Kuchen, Espresso mit Limoncello. Es ist ausgesprochen lecker und wir können uns gar nicht satt sehen an der bezaubernden Aussicht. Weiteren Limoncello kaufen wir anschließend noch in der kleinen Brennerei im Dorf.
Wir fahren anschließend etwas weiter, landen auf der Südseite der Halbinsel und treten den Rückweg über die Berge an. Von mehreren Stellen aus kann man beide Seiten der Halbinsel, den Golf von Neapel und den Golf von Salerno, sehen. Sehr zufrieden über den heutigen Tag kehren wir zurück zu unserem Stellplatz.